Sportliche Karriere

Sportliche Karriere

Steckbrief

 


Geboren:              19. Januar 1954 in Saarbrücken

  
Ausbildung:       kurz vor Abschluss seines Staatsexamens an der Universität/
                            Sporthochschule Köln für die Fächer Mathematik und Sport


Familienstand:   ledig

 

Ab 1960 aktiv in den Sportarten Turnen, Leichtathletik und Handball

1972 Abitur am Wirtschaftsgymnasium Saarbrücken

Von 1973 bis 1976 ununterbrochen Deutscher Meister mit dem VfL Gummersbach, Silbernes Lorbeerblatt

1974 Europapokalsieger der Landesmeister

1976 4. Platz bei den Olympischen Spielen in Montreal

1977 und 1978 Deutscher Pokalsieger

1978 Europapokalsieger der Pokalsieger

1978 Weltmeister gegen die Sowjetunion in Dänemark

30.März 1979 Unfall bei einem Europapokalspiel in Tatabanya/Ungarn

Schweres Schädel-Hirn-Trauma - 131 Tage im Koma

 

 

Insgesamt 104 Länderspiele mit 391 Toren


 

Joachim „Jo“ Deckarm ist ein ehemaliger deutscher Leichtathlet und Handballspieler.

In seiner Jugend ein erfolgreicher Leichtathlet (Deutscher Jugendmeister im Fünfkampf), wurde Joachim Deckarm ein sehr bekannter Handballer, der zu seiner aktiven Zeit als der beste Handballer der Welt galt. Seine Spielposition war im linken Rückraum. Als Spieler des VfL Gummersbach mit der legendären Rückennummer 11 wurde „Jo“ – so lautete sein Spitzname als Handballer – mit dem VfL Deutscher Meister (1974, 1975, 1976) und zweimal Europacupsieger (1974, 1978). In 104 Länderspielen in der Handball-Nationalmannschaft warf er insgesamt 381 Tore. 1978, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, führte er das DHB-Team zusammen mit seinem Freund Heiner Brand zum zweiten Handball-Weltmeister-Titel Deutschlands nach dem Gewinn 1938.

Bei einem Europapokalspiel mit dem VfL Gummersbach am 30. März 1979 in Tatabánya, Ungarn, prallte er bei einem Tempogegenstoß mit seinem ungarischen Gegenspieler Lajos Pánovics unglücklich zusammen und fiel bewusstlos zu Boden. Dabei stürzte er mit seinem Kopf ungebremst auf den nur mit einer dünnen PVC-Schicht überzogenen Betonboden und erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. 

Joachim Deckarm erwachte erst 131 Tage später wieder aus dem Koma. Durch die Hirnschädigungen war er motorisch auf das Niveau eines Kleinkinds zurückgefallen, hatte die Fähigkeit zu Sprechen eingebüßt. In den folgenden drei Jahren musste er viele Therapien absolvieren, die jedoch alle nicht zum erwünschten Ergebnis führten, so dass er im Herbst 1982 als hoffnungsloser Pflegefall galt. Zu diesem Zeitpunkt nahm sich sein ehemaliger Handballtrainer Werner Hürter seiner an, der mit Hilfe von gezielten Therapien und eigens für Joachim Deckarm entwickelten Trainingsprogrammen den motorischen Behinderungen entgegenwirkte und dem zunächst teilnahmslosen und antriebsschwachen jungen Mann seinen Lebensmut zurückgab.

 

Seit Mitte 2002 lebt Joachim Deckarm in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in seiner Heimatstadt Saarbrücken. Nach eigener Aussage geht es ihm dort sehr gut.

Am 19. Januar 2007, dem Tag des Eröffnungsspiels der Handball-Weltmeisterschaft der Herren 2007 in Deutschland, feierte Joachim Deckarm in der ausverkauften Berliner Max-Schmeling-Halle als Ehrengast seinen 53. Geburtstag.

In Saarbrücken ist die Joachim-Deckarm-Halle, eine große Sporthalle in der Halbergstraße, nach ihm benannt.